Das Sankt Augustiner Ratsbündnis sieht die Offenen Ganztagsschulen (OGS) an den Grundschulen in Sankt Augustin als ein zentrales Element der vielfältigen Bildungslandschaft. Die OGS leisten nach unserer Überzeugung einen wichtigen Beitrag dazu, Kinder während ihrer Grundschulzeit bestmöglich zu fördern. CDU, FDP und Aufbruch! sehen aber auch die erheblichen Kostensteigerungen in den letzten Jahren, während die Zuweisungen des Landes sich nicht in gleichem Maße erhöht haben. Aus diesem Grund stellt das Ratsbündnis einen Antrag zur künftigen Finanzierung der OGS.
„Die Arbeit der Offenen Ganztagsschulen ist über Landeszuschüsse und tragbare Elternbeiträge zurzeit nicht auskömmlich finanziert. Im Rahmen der freiwilligen Leistungen ist auch in diesem Jahr im Haushalt der Stadt ein entsprechend hoher Zuschuss eingestellt. Da die finanzielle Lage der Stadt bekanntlich sehr angespannt ist, befürworten wir die Deckelung dieses Zuschusses ab dem 1. August dieses Jahres in der von der Verwaltung im 1. Änderungspapier zum Haushaltsplanentwurf vorgeschlagenen Höhe“, führt Jörg Pütz (FDP) aus.
Jessica Stoltze, Sprecherin der CDU-Fraktion im Jugendhilfeausschuss, ergänzt dazu: „Nach den ersten Gesprächen der Verwaltung mit den Trägern der OGS wurde die Kürzung des Zuschusses nochmal reduziert. Um dem vielfach vorgebrachten Elternwillen nach einer flexibel, wochenweise buchbaren Ferienbetreuung nachkommen zu können, sind auch hier Anpassungen erforderlich. Die Stadt wird hier zukünftig 100 Euro pro Kind pro Woche als Zuschuss zahlen. Durch die freien Träger, die die Abwicklung mit den Eltern ab dem nächsten Schuljahr selbst übernehmen, wird dann inklusive Programm und Verpflegung ein pauschaler, einheitlicher Beitrag in Höhe von 120 Euro von den Eltern erhoben werden.“
Bei Vorlage des Sankt Augustin Ausweises erhalten Familien mit niedrigen Einkommen eine Beitragsreduzierung um 50 Prozent, zahlen also statt 120 nur 60 Euro pro Ferienwoche (Vorjahr: 52,50 Euro). Über das Bildungs- und Teilhabepaket können Eltern zudem gegebenenfalls noch einen Zuschuss für die in dem Beitrag enthaltene Verpflegungspauschale in Höhe von 22,50 Euro pro Woche erhalten.
Das Ziel wird vom Ratsbündnis im Antrag klar formuliert: Es geht nicht um Einsparungen zulasten der Kinder oder der pädagogischen Qualität. Vielmehr sollen vorrangig Einsparpotenziale bei den Verwaltungskosten der Träger identifiziert werden.
„Um einen Vergleich zu den Kosten einer Offenen Ganztagsschule in freier Trägerschaft ziehen zu können, brauchen wir ein Pilotprojekt mit mindestens einer Grundschule, an der exemplarisch eine städtische OGS geplant und konzipiert wird“, erläutert Wolfgang Köhler (Aufbruch!).
Im Jugendhilfeausschuss und im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss sollen dann sowohl über die Modalitäten der Elternbeiträge für die Ferienbetreuung als auch über die Möglichkeiten zur Schaffung von städtischen OGS beraten und entschieden werden.
Das Ratsbündnis bedauert sehr, dass es in der Bevölkerung, insbesondere bei den betroffenen Eltern, aufgrund einer unvollständigen und inhaltlich zum Teil auch falschen Information durch einen Elternbrief der freien Träger zu einer erheblichen Verunsicherung gekommen ist.

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