Taktverdichtung der Stadtbahnlinie S66/S67

Taktverdichtung der Stadtbahnlinie S66/S67
21.06.2021
Fraktion

CDU Fraktion beantragt Sondersitzung zur Korridorstudie

Im Sommer 2019 bestätigte der Rat der Stadt Sankt Augustin einstimmig den Beschluss des Rhein-Sieg-Kreises zur Planung einer Taktverdichtung auf der Stadtbahnlinie S66/S67. Zwischenzeitlich hat der Kreistag die Beschaffung von 22 zusätzlichen Stadtbahnzügen für das Jahr 2023 beschlossen. Ab dann soll der Takt in den Stoßzeiten (06:00 – 09:00 Uhr und 15:00 – 18:00 Uhr) von aktuell zehn Minuten auf fünf Minuten verkürzt werden.

Die CDU-Fraktion begrüßt eine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV ausdrücklich, hat jedoch im Jahr 2019 bereits erhebliche Auswirkungen auf den Individualverkehr (motorisiert,  fußläufig und per Fahrrad) in Sankt Augustin gesehen und mit Nachdruck eine entsprechende Untersuchung gefordert. Mit der neuen Ost-West-Spange besteht im Zentrum die einzige Querungsmöglichkeit der Stadtbahn für den motorisierten Individualverkehr. Diese ist auch für Radfahrer nutzbar. Eine Verdoppelung der Schrankenschließzeiten wird zukünftig zu einer faktischen Zweiteilung der Stadt führen. „Insbesondere in den Stadtteilen Mülldorf und Ort, in denen bereits jetzt zum Teil erhebliche Wartezeiten bei der Querung der Stadtbahn entstehen und zu Rückstaus auf der B56, der zentralsten Verkehrsachse zwischen Siegburg, Sankt Augustin und Bonn, führen, sehen wir erheblichen Handlungsbedarf“, so Claudia Feld-Wielpütz, Vorsitzende der CDU Mülldorf und langjährige Sprecherin im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss. Auch der Ortsteil Hangelar ist mit zahlreichen Bahnübergängen betroffen.

Sehr verwundert zeigte sich die CDU-Fraktion auch über die Art und Weise der Präsentation der Untersuchungsergebnisse im städtischen Mobilitätsausschuss. In der lediglich einseitigen Sitzungsvorlage sollte der Bericht, vorgestellt durch den Rhein-Sieg-Kreis zur Kenntnis genommen werden. Eine diesem wichtigen Thema auch nur im Ansatz gerecht werdende Vorbereitung auf die Inhalte und die daraus resultierende Diskussion war schlicht und ergreifend nicht möglich. In einer gut 15 minütigen Präsentation, betitelt mit „Ergebnisse der Korridorstudie“, wurde das Thema vorgestellt. Dabei erhielten die Fraktionen die Präsentation erst wenige Tage vor der Sitzung. Die eigentliche Studie, deren Umfang gemäß Aussage des Kreise ca. 150 Seiten umfasst, liegt den Fraktionen bis zum heutigen Tage nicht vor.

„Wir haben den Antrag auf eine Sondersitzung zur Beratung der Korridorstudie gestellt, weil wir der Auffassung sind, dass die Stadt Sankt Augustin hier dringend Kompensationsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Individualverkehrs benötigt“, so René Puffe, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Sehr verwundert sind wir hier über die Vorgehensweise des Kreises, die laut eigener Aussage nahezu fertige Studie vor einer so wichtigen Beratung nicht zur Verfügung zu stellen. Uns sind weder der genaue Untersuchungsauftrag, noch die inhaltlichen Aussagen zur Situation jenseits der Hauptkreuzungen im Zentrum bekannt. Auf dieser Basis sind inhaltliche Beratungen und Diskussionen nicht möglich “, so Puffe weiter.

Verständigt hat sich der Mobilitäsausschuss schließlich darauf, dass es unmittelbar nach der Sommerpause eine Sondersitzung zum Thema geben soll. Der Kreis wurde aufgefordert, die aktuelle Version der Studie für die notwendigen Beratungen zur Verfügung zu stellen, damit nach der Sommerpause inhaltlich und fundiert beraten werden kann.